Vegane Restaurants in Kyoto zu finden ist einfacher als in den meisten anderen japanischen Städten. Das liegt zum Teil an der Geschichte der Stadt: buddhistische Tempelküche hat in Kyoto Wurzeln, die Jahrhunderte zurückreichen, und diese pflanzliche Tradition zieht sich bis heute durch. Was das in der Praxis bedeutet: eine kleine aber gut verankerte Szene von Restaurants, die genau wissen was sie tun.
Das hier sind zehn davon. Ein winziges Cafe mit Büchern an den Wänden. Ein Stand der schließt wenn alle Onigiri des Tages weg sind. Ein Izakaya mit sechs Plätzen und einer Schlange davor. Kein Ort auf dieser Liste braucht eine Erklärung was man isst.
Die besten veganen Restaurants in Kyoto
Hobodo Cafe
Man betritt das Hobodo und bemerkt zuerst die Bücher. Dann die Tische, zehn vielleicht, eher weniger. Dann das Paar das den Laden betreibt. Eine Karte gibt es nicht. Es gibt ein Menü, das des Tages, und man nimmt es oder man geht wieder.
Das Essen ist ausgewogen und durchdacht. Kein einzelnes Gericht ist das absolute Highlight, aber alles zusammen ergibt eine Mahlzeit die sich richtig anfühlt. Das Hobodo ist kein Ort für eine schnelle Mittagspause. Es ist ein Ort für den ruhigen Nachmittag, wenn man Kyoto kurz durchatmen lassen will.

Ao Onigiri
Ao Onigiri funktioniert nach einer einfachen Regel: wenn die Onigiri des Tages ausverkauft sind, schließt der Laden. Kein fester Feierabend, keine Voranzeige. Man kommt rechtzeitig oder man kommt zu spät.
Der Besitzer ist ein Familienvater, der Onigiri verkauft und dazu ein selbst geschriebenes Kinderbuch. Darin geht es darum wie man anderen Menschen eine Freude macht, wie man mit Aliens umgeht die auftauchen, und wie man die perfekten Onigiri formt. Wichtigste Regel: bloß nicht zu fest drücken. Man muss das Buch nicht kaufen. Aber es erklärt diesen Laden besser als jede Restaurantbeschreibung.
Die Lage ist ein Bonuspunkt: Ao liegt in der Nähe des Philosophenwegs, einem der schönsten und ruhigsten Spaziergänge in Kyoto, gesäumt von Kirschbäumen entlang eines Kanals. Onigiri kaufen und dann den Weg entlanglaufen ist eine Kombination die offensichtlich klingt sobald man sie kennt. Vegane Restaurants gibt es in dieser Gegend kaum. Dieser hier ist den Umweg wert.

Earth Kitchen Company
Earth Kitchen Company verkauft vegane Bento zum Mitnehmen. Das Angebot wechselt regelmäßig, ist immer ausgewogen und hält den Weg gut aus. Der naheliegende Plan: Bento kaufen, zum Kamo River laufen, ans Ufer setzen und in der Sonne essen.
Das ist kein Geheimtipp. Halb Kyoto macht das an einem guten Tag. Aber es funktioniert jedes Mal.
Nijiya
Nijiya ist ein veganes Izakaya mit sechs Plätzen. Sechs. Es gibt eine Warteliste. Die Schlange steht meistens draußen.
Der Grund: veganes Yakitori. Wo gibt es das sonst? Die Atmosphäre ist eng, laut und genau das was ein Izakaya sein soll. Wer einen Platz bekommt, sollte viel essen. Ist man fertig, wird man gebeten nicht zu lange zu bleiben. Draußen wartet eine Schlange, und sechs Plätze brauchen Rotation.

mumokuteki
mumokuteki ist eines der bekanntesten veganen und vegetarischen Restaurants in Kyoto. Wer auch nur kurz nach veganem Essen in Kyoto gesucht hat, ist auf den Namen gestoßen. Das ist kein Zufall.
Das Angebot ist breit, das Ambiente ruhig, die Qualität verlässlich. Es lohnt sich auch dann, wenn man den Namen schon zehnmal gelesen hat.

Gion Soy Milk Ramen Uno Yukiko
Veganes Ramen in Kyoto zu finden ist schwerer als man denkt. Uno Yukiko ist deswegen einen eigenen Besuch wert. Die Brühe basiert auf Sojamilch, ist reichhaltig und leicht süßlich, und das Ergebnis ist eine Schüssel die sich nicht wie ein Kompromiss anfühlt.
Die Schlange kann lang werden. Zur klassischen Mittagszeit und am frühen Abend ist das Warten am längsten. Wer zu Randzeiten kommt, also etwas früher isst, hat meistens mehr Glück. Der Ramen ist den Aufwand wert.

Vegan Izakaya Masaka
Masaka hat seit Dezember 2024 eine zweite Filiale in Kyoto, in einem umgebauten Machiya im Stadtteil Shimogyo. Die Karte ist dieselbe wie in Tokyo: alles pflanzlich, das Karaage ist das erste was alle erwähnen, die frittierten Maitake-Pilze sind das was sie auf dem Heimweg nochmal erwähnen.
Die Kyoto-Filiale fühlt sich anders an als der Tokyo-Keller: ruhiger, mit Gästen die auf verschiedene Räume des alten Stadthauses verteilt sind, ein bisschen wie essen bei jemandem zu Hause. Wer mehr über das Restaurant wissen möchte, findet im ausführlichen Masaka-Guide beide Standorte beschrieben.

Vegetarian Cafe Ren Shijo Omiya
Ren am Shijo Omiya ist ein Restaurant das einfach funktioniert. Die Menüs sind ausgewogen, die Portionen stimmen, und nichts versucht etwas anderes zu sein als es ist. Gutes Essen, ohne Aufwand darum herum.
Wer mehrere Tage in Kyoto verbringt und einen verlässlichen Anlaufpunkt braucht, ist hier richtig.
Vegetarian Cafe Ren Horikawa
Die zweite Ren-Filiale in Horikawa hat dieselbe Qualität wie Shijo Omiya. Was hier besonders empfehlenswert ist: der vegane Aal. Unagi ist eines jener japanischen Gerichte die auf einer pflanzlichen Karte normalerweise einfach fehlen. Dass Ren eine Version entwickelt hat, sagt einiges darüber wie ernst das Kochen hier genommen wird.
TORIBA COFFEE KYOTO
Das vegane Egg Sando bei TORIBA ist der Morgenstopp den diese Liste gebraucht hat. Das Sandwich ist wirklich gut, nicht im Sinne von „gut für vegan“, sondern einfach gut. Der Kaffee ist sorgfältig, das Lokal ruhig. Ein guter Anfang bevor es weitergeht.
Vegane Restaurants in Kyoto: Was noch zu wissen ist
Mehrere Orte auf dieser Liste haben sehr wenig Plätze. Ao Onigiri schließt wenn der Vorrat aufgebraucht ist, Nijiya arbeitet mit einer Warteliste. Wer außerhalb der Stoßzeiten kommt, hat es leichter.
HappyCow deckt Kyoto gut ab und ist hilfreich wenn man zwischen den Stadtteilen unterwegs ist.
Wer verstehen möchte wie veganes Essen in Japan generell funktioniert, was Dashi ist, wie man Etiketten liest und welche Phrasen helfen, findet im Vegan-in-Japan-Guide alles Wichtige. Für Einkäufe im Konbini zwischen den Mahlzeiten gibt es den Vegan-im-Konbini-Guide mit allen großen Ketten.