Der Kuratake Schrein steht auf dem höchsten Gipfel der Amakusa-Inseln, und sein kleines Steintor sieht aus, als würde es über dem Meer schweben. In Japan ist es deshalb als „Torii im Himmel“ bekannt. Wir sind auf unserem Roadtrip von Nagasaki nach Kumamoto dort hochgefahren, kurz vor Weihnachten, und waren ganz zufällig genau zum Sonnenuntergang oben.
Oben war es sehr kalt und windig, und trotzdem denke ich bis heute oft an diesen Ausblick. Wer die Strecke von Nagasaki nach Kumamoto fährt, sollte hier unbedingt halten.
Kuratake Schrein: Die wichtigsten Fakten
| Lage | Gipfel des Kuratake, Kuratake-machi, Stadt Amakusa, Präfektur Kumamoto |
| Höhe | 682 m, höchster Punkt der Amakusa-Inseln |
| Spitzname | Torii im Himmel (天空の鳥居) |
| Was ist das? | Ein kleiner Bergschrein, an dem traditionell für sichere Seefahrt und guten Fischfang gebetet wurde |
| Ausblick | Amakusa-Inseln, Yatsushiro-See und Ariake-See, bei klarer Sicht bis zum Unzen |
| Anfahrt | Nur mit dem Auto, schmale Bergstraße ab der Route 266 bei Tanasoko, dann ein kurzer Fußweg |
| Eintritt | Kostenlos, Parken ebenfalls |
Für die Menschen auf Amakusa ist der Kuratake schon lange ein heiliger Berg. Der Schrein oben ist winzig: ein steinernes Torii und ein paar Steinlaternen.
Das Gebiet gehört zum Unzen-Amakusa-Nationalpark. Am Schrein selbst gibt es wenig zu sehen. Der Grund für den Besuch ist die Aussicht vom Gipfel.
Von Nagasaki nach Kumamoto über Amakusa
Am schnellsten kommt man von Nagasaki nach Kumamoto über die Autobahn um die Ariake-See herum. Wir sind stattdessen über die Inseln gefahren. Von Nagasaki ging es auf die Shimabara-Halbinsel bis zum Hafen Kuchinotsu, dort mit dem Auto auf die Fähre nach Oniike auf Amakusa.
Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten, betrieben wird sie von Shimatetsu Ferry. Reservieren muss man nicht, die Autos stellen sich einfach an und fahren der Reihe nach drauf. Schau trotzdem vorher in den Fahrplan, die letzten Fähren fahren schon am frühen Abend.
Von Oniike sind wir quer über die Inseln Richtung Kuratake Schrein gefahren. Danach ging es im Dunkeln weiter nach Kumamoto, wo wir für die nächsten Nächte eine Wohnung gebucht hatten.
Auto fahren in Japan: entspannter als gedacht
Ich komme aus Deutschland, wo es auf vielen Autobahnabschnitten gar kein Tempolimit gibt. Deshalb hätte ich nicht gedacht, dass mir die japanischen Tempolimits so gut gefallen. Auf Schnellstraßen gelten meist 80 bis 100 km/h, auf Landstraßen oft 40 bis 60. Klingt langsam, macht das Fahren aber deutlich entspannter.
Die Japaner wissen, wie man Auto fährt, und gedrängelt wird hier nicht. In den ganzen Tagen auf der Straße hat uns niemand bedrängt.
Auch das Linksfahren ist deutlich einfacher, als man denkt. Trotzdem hat man ab und zu einen kleinen Hänger. An einer ruhigen Kreuzung oder beim Einbiegen auf einen Parkplatz fällt man kurz in alte Gewohnheiten zurück und fährt einen Moment lang etwas komisch.
Mietwagen und Führerschein-Übersetzung
Unser Auto hatten wir bei Nissan Rent a Car in Fukuoka gemietet. Von dort ging es nach Nagasaki, weiter nach Kumamoto und zurück nach Fukuoka, wo wir es wieder abgegeben haben. Wer vorher Preise vergleichen will: Bei Klook findest du Mietwagen in Fukuoka (Werbelink) von mehreren Anbietern und kannst gleich angeben, wo dein Führerschein ausgestellt wurde.
Wichtig für alle mit deutschem Führerschein: Der internationale Führerschein aus Deutschland wird in Japan nicht anerkannt. Du brauchst stattdessen eine offizielle japanische Übersetzung deines deutschen Führerscheins. Wir haben sie damals bei der JAF (dem japanischen Automobilclub) in Tokyo bekommen, das hat nur ein paar Stunden gedauert.
Inzwischen läuft das anders. Die JAF nimmt Anträge nur noch online und nur aus Japan an, und es dauert ein paar Werktage. Einfacher ist es, die Übersetzung schon vor der Reise beim ADAC zu bestellen. Mit Übersetzung darfst du bis zu einem Jahr ab Einreise fahren.
Noch ein praktischer Tipp: Auf den Inseln navigiert man die ganze Zeit mit dem Handy, du brauchst also mobile Daten, die auch auf dem Land funktionieren. Welche Optionen es gibt, habe ich in meinem Beitrag zur eSIM für Japan verglichen.
Die Bergstraße zum Kuratake Schrein
Die Fahrt hoch zum Schrein war ziemlich abenteuerlich. Die Straße auf den Kuratake ist quasi einspurig, auf einer Seite geht es steil runter, und Ausweichstellen gibt es kaum.
Wenn uns ein Auto entgegenkam, wurde es jedes Mal etwas nervenaufreibend. Einer muss bis zur nächsten breiteren Stelle zurücksetzen, oder beide schieben sich im Schritttempo aneinander vorbei, und mit dem Abhang daneben achtet man auf jeden Meter.
Oben gibt es einen Parkplatz knapp unterhalb des Gipfels. Von dort läuft man noch etwa fünf Minuten hoch zum Schrein und zum Torii.
Sonnenuntergang am Torii im Himmel
Geplant hatten wir es nicht, aber wir kamen genau zum Sonnenuntergang an. Das tiefe Licht fiel auf das steinerne Torii und die blauen Banner daneben.
Unter uns lagen die Inseln von Amakusa im Meer. Es war sehr kalt und windig da oben, aber die Aussicht war einfach fantastisch.
Viel zu tun gibt es am Kuratake Schrein nicht, außer neben dem Torii zu stehen und über die Inseln zu schauen. Trotzdem ist es einer der Orte unserer Reisen, an die ich am liebsten zurückdenke. Denk dran, dass es trotz allem ein Schrein ist. Die wichtigsten Verhaltensregeln für Tempel und Schreine in Japan habe ich hier zusammengefasst.
5 Tipps für deinen Besuch am Kuratake Schrein
- Vor Sonnenuntergang kommen. Wir hatten Glück mit dem Timing, im Abendlicht war die Aussicht noch schöner. Komm etwas früher, damit du die Bergstraße noch im Hellen hochfährst.
- Warme Jacke mitnehmen. Der Gipfel liegt frei, und der Wind ist stark. Im Winter ist es richtig kalt.
- Langsam fahren und mit Gegenverkehr rechnen. Die Straße ist schmal, mit wenigen Spiegeln und Ausweichstellen. Im Winter kann sie vereist sein, besonders früh am Morgen.
- Die Rückfahrt im Dunkeln einplanen. Wer zum Sonnenuntergang bleibt, fährt ohne Tageslicht runter. Bei uns ging das gut, einfach langsam fahren.
- Snacks einpacken. Amakusa ist ländlich, verlass dich nicht darauf, unterwegs veganes Essen zu finden. Deck dich vor der Fähre im Konbini ein. Worauf du achten musst, steht in meinem Konbini-Guide für Veganer.
FAQ
Wie komme ich zum Kuratake Schrein?
Sinnvoll geht das nur mit dem Auto. Auf Amakusa verlässt du bei Tanasoko die Route 266 und folgst der Bergstraße bis zum Parkplatz unterhalb des Gipfels. Ab Kumamoto-Stadt sind es etwa zweieinhalb Stunden. Von Nagasaki aus nimmst du die Fähre von Kuchinotsu nach Oniike.
Wie weit ist der Fußweg vom Parkplatz?
Von dem Parkplatz, den wir genommen haben, waren es etwa fünf Minuten bergauf. Entlang der Straße gibt es mehrere Parkmöglichkeiten, von den unteren ist der Weg länger.
Ist die Straße zum Kuratake Schrein gefährlich?
Sie ist schmal und steil, und Gegenverkehr braucht Geduld. Wer langsam fährt und ein Stück zurücksetzen kann, schafft das. Nach starkem Regen oder bei Eis würde ich sie meiden.
Warum heißt er „Torii im Himmel“?
Das Torii steht direkt am Rand des Gipfels auf 682 m. Aus dem richtigen Winkel sieht man dahinter nur Himmel und Meer, deshalb scheint das Tor in der Luft zu schweben.