Die meisten Arashiyama Tipps zeigen dir einen menschenleeren Bambuswald im Morgenlicht und einen Romantikzug zwischen roten Ahornblättern. Wir waren zweimal dort, einmal im Frühling und einmal zur Laubfärbung im Herbst. Manches war wunderschön, an anderen Stellen haben wir vor allem Menschen gesehen.
Arashiyama liegt am westlichen Rand von Kyoto, rund 25 Minuten vom Zentrum, dort wo die Stadt am Fluss in die Berge übergeht. Es ist aber auch einer der meistbesuchten Orte Kyotos, und das solltest du bei der Planung im Kopf haben.
Unten findest du neun Orte und was ich von jedem halte, auch wie voll es dort wird.
Arashiyama Tipps im Überblick
| Ort | Wie voll? | Lohnt es sich? |
|---|---|---|
| Bambuswald Arashiyama | Sehr voll | Nur ganz früh |
| Chikurin am Adashino Nenbutsu-ji | Ruhig | Unbedingt |
| Togetsukyo-Brücke und Fluss | An der Brücke voll, am Ufer ruhig | Ja, flussaufwärts laufen |
| Hauptstraße und Gassen | Sehr voll | Schön, mit Geduld |
| Kimono Forest | Mittel | Ja, abends |
| Fußweg durch Saga-Toriimoto | Ruhig | Mein Lieblingsteil |
| Otagi Nenbutsu-ji | Ruhig, als ich dort war | Unbedingt |
| Sagano Romantikzug | Voll | Schön, aber den Hype nicht wert |
| Vegan essen | Vorher reservieren | Lohnt sich |
Wann du hinfahren solltest
In Arashiyama sind sehr viele Menschen unterwegs, zumindest auf den Hauptstraßen, und im Frühling und Herbst wird es richtig voll. Wenn du die Gegend wirklich sehen willst, komm früh morgens oder eher abends. Zwischen spätem Vormittag und Nachmittag siehst du vor allem Hinterköpfe.
Abends gibt es allerdings einen Haken: Es fahren nicht mehr viele Bahnen zurück in die Stadt, vor allem die Randen-Straßenbahn hört früher auf, als man denkt. Schau dir die letzte Verbindung an, bevor du losläufst, nicht danach.
9 Orte in Arashiyama: was sich lohnt und was nicht
1. Bambuswald Arashiyama
Der Bambuswald Arashiyama ist das Bild, das jeder kennt. Die Halme sind hoch, das Licht ist schön. Aber der Weg ist kurz und schmal, und inzwischen ist er schlicht zu voll. Als wir durchgegangen sind, haben wir uns vor allem hinter anderen Leuten hergeschoben.
Wenn du ihn trotzdem sehen willst, geh direkt nach Sonnenaufgang hin. Ansonsten würde ich ihn auslassen und gleich zum nächsten Ort gehen.
2. Chikurin am Adashino Nenbutsu-ji: der kleine, ruhige Bambuswald
Etwas nördlich, am Ende der alten Straße Saga-Toriimoto, liegt der Adashino Nenbutsu-ji. Der Tempel ist bekannt für rund 8.000 kleine Steinbuddhas und Figuren, die aus der Umgebung gesammelt und hier in Reihen aufgestellt wurden. Ein seltsamer Ort, der mich mehr berührt hat, als ich erwartet hätte.

Hinter dem Tempelgelände führen ein paar Stufen zu einem kurzen Weg durch Bambus, ausgeschildert als Chikurin. Im Vergleich zum berühmten Bambuswald ist er sehr klein, aber viel ruhiger. Hier kannst du einfach stehen bleiben und dem Wald zuhören: wie die Halme aneinander klopfen und oben die Blätter rauschen. Im großen Bambuswald hörst du davon kaum etwas.

Gut zu wissen: Der Bambusweg liegt im kostenpflichtigen Bereich, der Eintritt kostet etwa 500 Yen. Wenn du noch nicht oft in Tempeln warst, helfen dir meine Verhaltensregeln für Tempel und Schreine in Japan.
3. Togetsukyo-Brücke und Spaziergang am Fluss
Die Togetsukyo, die „Mondüberquerungsbrücke“, ist das Wahrzeichen von Arashiyama, direkt dahinter der bewaldete Berg. Auf der Brücke selbst ist den ganzen Tag viel los. Läufst du aber ein paar Minuten flussaufwärts am Katsura entlang, wird es schnell ruhig. Am Ufer kamen wir am leichtesten aus dem Gedränge raus.

4. Durch die Hauptstraße und die Gassen schlendern
Durch die Hauptstraße und die kleinen Gassen zu schlendern gehört zu Arashiyama dazu, überall gibt es Snackstände und Souvenirläden. Hier ist es aber auch am vollsten. Am meisten Spaß gemacht hat es mir als gemütlicher Umweg ohne festes Ziel.
Unterwegs haben wir Mochi gegessen. Welcher Laden und welche Sorte es war, weiß ich nicht mehr. Es gibt so viele Stände, dass du einfach probieren kannst, was dich anlacht. Einfache Mochi sind meistens vegan, manche Füllungen und Überzüge nicht. Worauf du achten solltest, steht in Ist Mochi vegan?
5. Kimono Forest am Randen-Bahnhof
Am Bahnhof der Randen-Straßenbahn stehen rund 600 schmale Lichtsäulen, jede mit Kyo-Yuzen-Kimonostoff umhüllt. Das Ganze heißt Kimono Forest. Es ist eine Kleinigkeit, du brauchst höchstens zehn Minuten, aber abends, wenn die Säulen leuchten, ist es hübsch.

Die Säulen säumen einen kurzen Weg und ziehen sich bis an die Gleise. Auf dem Weg zur Bahn läufst du also sowieso hindurch. Mir hat er als letzter Halt des Tages gefallen.

6. Zu Fuß durch Saga-Toriimoto
Das ist mein wichtigster Tipp für Arashiyama: Wenn du Richtung Otagi Nenbutsu-ji willst, lauf zu Fuß, statt den Bus zu nehmen. Das dauert eine Weile, vom Bambuswald etwa 30 bis 40 Minuten. Dafür führt der Weg durch eine der schönsten Ecken Kyotos.

Saga-Toriimoto ist eine denkmalgeschützte alte Straße mit Holzhäusern, ein paar Strohdächern und einem kleinen Wasserlauf am Wegrand. Unterwegs kommst du an kleinen Tempeln vorbei, die einen Halt wert sind, zum Beispiel am Gio-ji mit seinem Moosgarten. Je weiter du gehst, desto ruhiger wird es.

7. Otagi Nenbutsu-ji
Am Ende des Wegs wartet der Otagi Nenbutsu-ji, für mich das Highlight in Arashiyama. Auf dem Gelände am Hang stehen 1.200 steinerne Rakan, Schüler des Buddha. Gemeißelt haben sie ganz normale Besucher in den 1980er-Jahren, und keine Figur gleicht der anderen. Manche lachen, manche beten, manche sehen aus, als würden sie gleich einschlafen, und viele tragen dicke Mützen aus Moos.

Als ich dort war, war es ruhig und entspannt, und ich konnte mir die Gesichter in Ruhe anschauen. Ob es heute noch so ist, kann ich nicht versprechen, der Tempel ist inzwischen bekannter. Er liegt aber ein ganzes Stück vom Zentrum entfernt, und bei meinem Besuch hat das die meisten Leute ferngehalten.

Gut zu wissen: Seit April 2026 kostet der Eintritt laut aktuellen Angaben 1.000 Yen, geöffnet ist von 9:00 bis 16:15 Uhr. Mehrere Quellen nennen Mittwoch und Samstag als Schließtage, prüf das also vorher. Wenn deine Beine nach dem Besuch genug haben, fahren Busse zurück nach Arashiyama.
8. Sagano Romantikzug
Wir sind im Herbst abends mit dem Sagano Romantikzug gefahren, wenn Teile der Strecke beleuchtet sind. Die beleuchteten Blätter waren hübsch, und die Fahrt an sich war schön. Den Hype war sie für uns trotzdem nicht wert. Zu viele Fahrgäste konnten nicht auf ihren Plätzen bleiben und sind ständig aufgestanden, um Fotos zu farmen. Von der Aussicht haben wir dadurch vor allem fremde Handys gesehen.
Wenn du trotzdem fahren willst, und das verstehe ich, plan diese Punkte vorher ein:
- Tickets vorher reservieren. Der Online-Verkauf startet einen Monat vor der Fahrt, und im Herbst sind die Plätze schnell weg. Buchen kannst du auf der offiziellen Website oder über Klook (Werbelink).
- Ein Ticket gilt nur für eine Richtung. Also entweder hin oder zurück, Saga nach Kameoka oder umgekehrt. Wer beide Strecken fahren will, braucht zwei Tickets.
- Der Zug fährt nicht am normalen Bahnhof ab. Abfahrt ist an eigenen Stationen: Torokko Saga (neben JR Saga-Arashiyama) oder Torokko Arashiyama (beim Bambuswald, rund 60 Stufen hoch zum Bahnsteig). Da musst du erst hinlaufen. Wirf vorher ein, zwei Blicke auf die Karte, sonst kommst du leicht zu spät.
- Du landest im Nirgendwo. Torokko Kameoka liegt mitten auf dem Land. Von dort läufst du etwa 10 Minuten zum JR-Bahnhof Umahori und fährst mit der normalen Bahn zurück.
Eine andere Möglichkeit für den Rückweg: Von Kameoka geht es mit der Hozugawa-Bootsfahrt (Werbelink) in etwa zwei Stunden auf einem traditionellen Holzboot zurück nach Arashiyama. Ich habe sie selbst nicht gemacht, aber so würde aus dem umständlichen Rückweg ein zweiter Ausflug.
Wer sich um nichts kümmern will, kann eine Halbtagestour mit Zug und Boot (Werbelink) ab Kyoto Hauptbahnhof buchen, inklusive Bus und englischsprachigem Guide. Sie kostet ungefähr doppelt so viel wie Zug und Boot einzeln. Sie lohnt sich nur, wenn du gar nichts selbst planen willst oder keine Zugtickets mehr bekommst.
9. Vegan essen in Arashiyama
Dank der Tempelküche rund um den Tenryu-ji gibt es in Arashiyama ein paar gute vegane Adressen. In den drei Restaurants unten war ich selbst noch nicht, sie stehen auf meiner Liste für den nächsten Besuch. Alle sind komplett pflanzlich oder haben eine klar pflanzliche Küche.
Shigetsu im Tenryu-ji: Shojin Ryori, also buddhistische Tempelküche, direkt auf dem Tempelgelände und ganz ohne tierische Zutaten. Die Menüs kosten 3.800, 6.500 oder 9.000 Yen plus 500 Yen Gartengebühr, es gibt nur Mittagessen von 11 bis 14 Uhr, donnerstags ist geschlossen. Reservieren musst du zwei bis drei Tage vorher. Im Michelin Guide 2026 hat Shigetsu einen Bib Gourmand und einen grünen Stern bekommen. Website von Shigetsu
Ermine’s Kitchen (früher M’s Bento): ein kleines, komplett veganes Restaurant von zwei Schwestern in Saga-Arashiyama, im 3. Stock des Nagai-Sangyo-Gebäudes. Es gibt ein veganes Bento nach japanischer Hausmannskost für 2.580 Yen, mit Nori-Rollen, Ganmodoki, handgemachtem Tofu und Misosuppe auf Basis von Kombu und Shiitake. Den Kalender findest du auf der Website, montags ist meist geschlossen.
TOMONA: kreative pflanzliche Küche in Saga-Hirosawa, etwas östlich vom Zentrum und von Arashiyama aus zu Fuß erreichbar. Eine gute Wahl, wenn du abends essen willst, nachdem die Massen weg sind. Öffnungszeiten und Neuigkeiten stehen auf Instagram.
Mehr Adressen in der ganzen Stadt findest du bei meinen veganen Restaurants in Kyoto.
Anreise nach Arashiyama
Vom Zentrum Kyotos gibt es drei einfache Wege:
- JR Sagano-Linie vom Hauptbahnhof Kyoto bis Saga-Arashiyama. Am schnellsten, und direkt daneben liegt Torokko Saga.
- Randen-Straßenbahn von Shijo-Omiya bis Randen Arashiyama, etwa 24 Minuten, Einheitspreis 250 Yen. Langsamer, dafür steigst du direkt am Kimono Forest aus.
- Hankyu-Linie bis Hankyu Arashiyama auf der Südseite des Flusses, praktisch, wenn du aus Osaka kommst.
Die JR Sagano-Linie ist im JR Pass enthalten, der Sagano Romantikzug nicht, weil ihn eine eigene Gesellschaft betreibt. Ob sich der Pass für deine Reise lohnt und wie du ihn nutzt, steht in meinem JR-Pass-Guide.
Wenn Arashiyama Teil einer größeren Reise ist, zeigt meine 15-Tage-Reiseroute durch Japan, wie es in eine Woche Kyoto passt.
Häufige Fragen
Lohnt sich Arashiyama?
Ja, aber nicht wegen der bekannten Orte, die sind voll. Für uns haben sich die ruhigen Ecken gelohnt: der Weg durch Saga-Toriimoto, der Otagi Nenbutsu-ji und der kleine Bambusweg Chikurin.
Wie viel Zeit brauche ich für Arashiyama?
Plane einen ganzen Tag ein, wenn du bis zum Otagi Nenbutsu-ji laufen willst. Für Fluss, Hauptstraße und Bambuswald reicht ein halber Tag.
Wann ist die beste Zeit für Arashiyama?
Früh morgens oder abends, egal an welchem Tag. Frühling und Herbst sind am schönsten, aber auch am vollsten.
Muss ich den Sagano Romantikzug reservieren?
Im Frühling und Herbst auf jeden Fall. Der Verkauf startet einen Monat vorher, und die Tickets gelten nur für eine Richtung. Plan den Rückweg also gleich mit.
Kann man in Arashiyama vegan essen?
Ja. Shigetsu im Tenryu-ji serviert komplett pflanzliche Tempelküche, und Ermine’s Kitchen ist vollständig vegan. Shigetsu solltest du vorher reservieren. Allgemeine Tipps findest du in meinem Guide Vegan in Japan.